…ein kleiner einblick in den täglichen (gesprächs-)wahnsinn auf dem leipziger weihnachtsmarkt:
B: *Seitenfensterbeimklopfenfasteinschlägt*
P: Guten Tag, wie kann ich Ihnen helfen?
B: Ich muss mal.
P: Sie suchen den Toilettencontainer?
B: Pissen, ich muss Pissen.
P: Die Toiletten befinden sich direkt hinter unserer mobilen Polizeiwache.
B: Ich soll hinter die Wache pissen?
P:

B: *TürandermobilenWacheaufreißt*
B: Isch hob do mol ne Froache. Isch bin ne von hier. Wie kimm ich zum …. (Ich habe eine Frage. Ich bin nicht von hier. Wie gelange ich zum…)
P: Guten Tag.
B: Wie ….
P: Guten Tag.
B: …ja, juten Tach. Ich hob do mol ne Froache (Guten Tag, mich bewegt eine Frage).
P: Ich weiß. Wie kann ich Ihnen helfen.
B: Isch wollt Se was froachen. (Ich möchte Sie etwas fragen.)
P: Ich weiß. Wie kann ich Ihnen Ihre Frage beantworten?
B: Welche Froache? Ähhm….bist aba unhöflich. (Ich habe die Frage vergessen, weil Sie so unhöflich sind.)
P: Ich versuche Ihnen zu helfen.
B: Dauernd dust de mir unnerbrechen. Ejal meinor. Dor Bahnhof? (Ständig unterbrechen Sie mich. Aber das ist jetzt egal. Der Bahnhof?)
P: Was ist mit dem Bahnhof?
B: Wie kimm isch dorden hin? (Wie gelange ich zum Bahnhof?)
P: Zu welchem Bahnhof?
B: Dis is jetze ne nett von dir. (Ihre Antwort finde ich sehr deplatziert. Ich bin empört.)
P:
In Leipzig existieren mehrere Bahnhöfe. Sie können….
B: Der mit de Züjche, wo de Züjche abfahren. (Ich suche den Bahnhof auf dem die Züge im Nah- und Fernverkehr abfahren.)
P: Ich nehme an Sie sind am Hauptbahnhof angekommen. Der ist…
B: Na so a jgroßer, mit a paar Jgleise. Mit den Rolltreppen und de Jeschäfte unnen. Un als mer naus gekimme sin, da waren noch mehr Jleise mit de Haltestellen. Für de Straßenbahn. Die se neu jemacht ham, die schicken. (Es war ein beindruckender Bahnhof, der nach neustem Standard ausgebaut war. Beim Verlassen des Bahnhofes gelangten wir zu den Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs. Diese wurden erst neu gestaltet und haben uns sehr gut gefallen. )
P: Ja der Leipziger Hauptbahnhof ist einer der schönsten und modernsten in Deutschland. Ich erkläre Ihnen kurz den Weg. Sie laufen diese Straße (Richtung wird mit deutlichem Zeichen gewiesen) nach oben, das ist die Grimmaische Straße. Sie laufen bis Sie zur Löwen-Apotheke kommen, das ist an der 2. Querstraße. Dort biegen Sie nach links ein, das ist die Nikolaistraße. Wenn Sie diese bis zu ihrem Ende laufen, kommen Sie direkt zum Hauptbahnhof.
B: Dann sin mer am Bahnhof. (Der Weg führt so direkt bis zum Bahnhof).
P: Dann ist der Hauptbahnhof direkt vor Ihnen.
B: Kannste mir das uffmalen? (Können Sie eine Wegskizze zeichnen?)
P: Ich gebe Ihnen einen Stadtplan der Innenstadt und vom Weihnachtsmarkt mit, dort sind die Straßen und der Bahnhof eingezeichnet.
B: Ich will kenen Stadtplan von Leipzig. Ich will bloß wissen, wie ich zum Bahnhof kimm. (Ich möchte kein Geld für einen Stadtplan von Leipzig ausgeben. Ich möchte zum Bahnhof gelangen).
P: Ich gebe Ihnen den den kleinen “Plan” mit, dieser ist für Sie kostenlos.
B: Zeich ma her Meiner. Wie war das nochma? (Geben Sie mir den kostenlosen Stadtplan. Leider habe ich mir Ihre Wegbeschreibung nicht gemerkt. Würden Sie sie bitte für mich wiederholen?)
P: Sie laufen diese Straße (Weg wird auf dem Stadtplan gezeigt) nach oben, das ist die Grimmaische Straße. Sie laufen, bis Sie zur Löwen-Apotheke kommen, das ist an der 2. Querstraße. Dort biegen Sie nach links ein, das ist die Nikolaistraße. Wenn Sie diese bis zu ihrem Ende laufen, kommen Sie direkt zum Hauptbahnhof.
B:Dann sin mer am Bahnhof. (siehe oben).
P: So kommen Sie direkt zum Hauptbahnhof.
B: Also hier hoch un dann irjendwanne ma links num. *mitdenArmenwedelt* (Also hier hoch und irgendwann links herum).
P: Wenn Sie an der Löwen-Apotheke sind, dann links in die Nikolaistraße abbiegen.
B: Na da froach isch noch mal dorte. (Ich werde mich zu einem späteren Zeitpunkt noch mal nach dem genauen Weg etwas weiter von hier erkundigen.)
P: In Ordnung, ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen. Schönen Abend noch und angenehmen Aufenthalt.
B: *gehtseinesWeges*
P:

B: *zaghaftklopft*
P: Guten Tag wie kann ich helfen? *dieUhrdesRathausesschlägt6Uhrabends*
B: Ich bin nicht von hier.
P: Das ist nicht schlimm, dann kann ich Ihnen bestimmt zurück helfen
B: Ich bin heute vormittag an an einem Cafe vorbei gelaufen, in dem man frühstücken kann. Das finde ich jetzt nicht mehr. Das hat mir so gut gefallen, das wollte ich mir noch mal anschauen. Aber ich habe nicht viel Zeit.
P: Was war denn in der Nähe von dem Cafe? Welcher Laden oder etwas woran Sie sich erinnern? Von welcher Richtung sind Sie hierher gekommen?
B: Es war in Leipzig.
P:
